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Kesseltaler Bürgerkraftwerk lachte Sonne Erfolgreiches Jahr für die Bissinger Solaranlage - Zweites Projekt
geplant
Bissingen (mia).
Was als Wagnis begann, hat sich als voller Erfolg erwiesen: Das
Bürger-Sonnenkraftwerk Kesseltal produzierte im vergangenen Jahr
überdurchschnittlich viel Strom. Und das lag nicht nur am schönen Sommer,
sondern an der ausgeklügelten Technik: Die Mehrkosten für die Aufständerung der
Module haben sich bezahlt gemacht, freut sich 1. Vorsitzender Christian Linder.
In guter Stimmung verlief denn auch die jüngste Gesellschafterversammlung im
Gasthof "Krone" in Bissingen, berichtet Linder im Gespräch mit unserer Zeitung.
Christian Linder bekräftigte, dass es sich bei der Gesellschaft um ein "echtes
Bürgerkraftwerk" handle, denn gut die Hälfte der 41 Beteiligten halte jeweils
nur einen Anteil.
Der Erfolg der ersten Anlage soll Konsequenzen haben: Die Gesellschafter
kamen während der Versammlung überein, mit der Planung für ein zweites Projekt
in Unterringingen zu beginnen. Vorgesehen ist dafür das ehemalige Lagerhaus, das
nach Aussage von Linder bezüglich der Sonneneinstrahlung ein optimaler Standort
sei. Die Fläche sei vergleichbar mit der auf dem Bauhof, wobei ein Anschlusswert
von knapp 20 kWp angestrebt werde. "Wir wollen keinen zweiten Lkw bauen, sondern
nur einen Anhänger", so Linder. Weitere Details würden bei einer nächsten
Versammlung zu Beginn des nächsten Jahres beschlossen.
Gute Vorarbeit geleistet
Seit Oktober 2005 ist die Anlage auf dem Dach des Bauhofes in Betrieb. Über
132 Module auf 171 Quadratmetern wird seither Strom in das Netz der Lechwerke
eingespeist. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung lag bei Werten von 970 bis 1000
kWh pro Modul. "Wir haben im Schnitt aber gut 1100 Kilowattstunden erzielt", so
Linder. Bis Ende November kamen knapp 26 000 Kilowattstunden zusammen. Der
Erfolg des Bürgerkraftwerks sei aber nicht nur mit dem schönen Sommer zu
begründen. Es sei gute Vorarbeit geleistet worden, man habe sich ausgiebig
informiert. Von Bürgermeister Bernd Steiner in Syrgenstein zum Beispiel habe das
Kesseltaler Bürgerkraftwerk wertvolle Tipps erhalten.
Ausgefeilte Technik
Die ausgefeilte Technik, die die Firma Erhard Hommel aus Warnhofen
installierte, sei mitverantwortlich für den hervorragenden Ertrag. "Wir haben
uns damals für eine Aufständerung der Module entschieden", erklärt Christian
Linder. Die Mehrkosten von etwa 20 000 Euro hätten sich gelohnt. Damit sei es
möglich gewesen, das Licht besser einzufangen. Es komme bei einer
Photovoltaik-Anlage nämlich nicht auf hohe Außentemperaturen, sondern vor allem
auf die Intensität des Lichts an. "Wärme kann sogar hinderlich sein", erläutert
der 1. Vorsitzende. Deshalb könne die Wintersonne mitunter effizienter sein. Die
Anlage habe insgesamt 100 000 Euro gekostet, wozu auch die Eigenleistung von 230
Arbeitsstunden zähle.
Auf der Webseite der Gesellschaft, die von Margarete Oßwald betreut wird,
sind täglich die neuesten Informationen und Werte zum Sonnen-Kraftwerk
nachzulesen. Zur erfolgreichen Statistik gehört die Zahl von 15 Tonnen, die an
Kohlendioxid eingespart werden. Das ist die durchschnittliche Menge, die zehn
Kleinwagen bei einer Fahrleistung von jeweils 7500 Kilometern ausstoßen.
Die Energiebilanz kann sich ebenfalls sehen lassen: Beim deutschen Strommix
aus Erdöl, Kohle und Erdgas wurden mit der Bissinger Anlage 71 Liter Erdöl,
knapp vier Tonnen Kohle und 6000 Kubikmeter Erdgas eingespart.
www.buerger-sonnen-kraftwerk-kesseltal.de

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