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Franz Alt

:: IPPNW: Aufkündigung des Atomausstiegs durch schwarz-gelb ist verantwortungslos

+ 09.10.2009 + Die Öffentlichkeit solle beruhigt werden mit vermeintlich strengen Bedingungen, hohen Auflagen, einer ständigen intensiven staatlichen Überwachung und regelmäßig umfassenden Sicherheitsüberprüfungen.

"Ich kenne dieses Gerede zur Genüge", so IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz. "Wer wie wir Einsicht in viele Originalakten von Aufsichtsbehörden hatte, weiß, dass die Regelmäßigkeit von Prüfungen teilweise darin besteht, im Abstand von vielen Jahren möglicherweise einmal hinzuschauen oder auch nicht." In Biblis B seien beispielsweise Schweißnähte von zwei Stutzen des Notkühlsystems 28 Jahre lang nicht untersucht worden.

"Auch wenn die neuen, nur alle zehn Jahre stattfindenden Periodischen Sicherheitsüberprüfungen Dutzende Mängel ergeben, dann ist erfahrungsgemäß wiederum zehn Jahre später ein Großteil der beanstandeten Mängel noch immer nicht behoben", so Paulitz.

"Eine intensive staatliche Überwachung gibt es schlichtweg nicht, weil die Behörden überhaupt nicht über das erforderliche Personal zum systematischen Überprüfen verfügen", so Paulitz. "Man verlässt sich großteils auf Stichproben des TÜV, der wiederum ein geschäftliches Eigeninteresse daran hat, dass die Atomkraftwerke noch viele Jahre lang weiterbetrieben werden. Eine bemerkenswerte Serie von fehlerhaften Elektro-Arbeiten im Atomkraftwerk Biblis belegt, dass weder die staatliche Aufsicht noch der TÜV Schäden an sicherheitstechnischen Einrichtungen verhindern können."

Laut IPPNW verlangen Atomgesetz und Bundesverfassungsgericht eine "bestmögliche Risikovorsorge nach dem Stand von Wissenschaft und Technik". Die Realität sehe allerdings vielfach so aus, dass eine von TÜV-Gutachtern vermutete gerade noch "ausreichende" Sicherheit akzeptiert werde, um teure Nachrüstungen oder die Stilllegung eines Atomkraftwerks zu vermeiden. Außerdem gebe selbst das Hessische Umweltministerium zu, dass das Atomkraftwerk Biblis "selbstverständlich" nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entspreche.

"Unbestreitbare Tatsache ist: Schon ein Blitzschlag außerhalb eines Atomkraftwerks kann jederzeit zum Notstromfall und in Folge dessen zum Super-GAU führen", so Paulitz.

"Wir haben außerdem Belege dafür, dass die Systeme und Komponenten in den deutschen Atomkraftwerken gefährlichen Alterungsprozessen unterliegen", so Paulitz. "Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten gefährlicher Schäden nimmt mit den Jahren natürlich zu."

Nebulös bleibt die Absprache von schwarz-gelb, wonach ältere Anlagen mittelfristig nur weiterbetrieben werden dürfen, wenn sie einen baulichen Schutz gegen Flugzeugabsturz vergleichbar dem der neuesten Anlagen aufweisen. "Alle Fachleute wissen, dass ein vergleichbarer baulicher Schutz gegen Flugzeugabsturz bei den ältesten Anlagen nicht zu vertretbaren Kosten nachrüstbar ist und die Betreiber daher nicht dazu bereit sind", so Paulitz.

"Warum wird dann nicht klar gesagt, dass die Altanlagen jetzt sofort stillgelegt werden müssen? Will man viele weitere Jahre damit zubringen, den TÜV neue kostspielige Gutachten über Dinge erstellen zu lassen, die man bereits weiß, nur um die auch rechtlich zwingend erforderliche Stilllegung weiter zu verzögern?"

Quelle:

IPPNW 2009

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.

http://www.sonnenseite.com

Dr. Franz Alt bekannt aus dem TV:

http://www.franzalt.de/

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Geburtsjahr:      Jahrgang 1938
 
 
Studium:             Politische Wissenschaften, Geschichte, 
                           Philosophie, Theologie
                           1967  Promotion - Dissertation über 
                           Konrad Adenauer
 
Tätigkeiten:    
1968             Redakteur u. Reporter beim Südwestrundfunk
                    
1972-1992    Leiter u. Moderator des politischen Magazins "Report"
                    
seit 1992       Leiter der Zukunftsredaktion "ZEITSPRUNG"  
                    im  Südwestrundfunk und 

seit 1997       des Magazins "QUER-DENKER" in 3SAT
bis  2003       Leiter und Moderator des 3sat-Magazins 
                    „GRENZENLOS“ 

ab  2003        schreibt Franz Alt Gastkommentare und
                    Hintergrundberichte für über 40 Zeitungen
                    und Magazine und hält weltweit Vorträge

                    Themenliste
 
 
Auszeichnungen:      
1978              Bambi
1979               Adolf-Grimme-Preis
1983               Karl-Hermann-Flach-Preis
                      Drexel-Preis
                      Hans-Thoma-Medaille
1987               Siebenpfeiffer-Preis
1992               Umweltpreis "Goldene Schwalbe"
1994               Deutscher Solarpreis
1997               Europäischer  Solarpreis
                      Das "Goldene Ö" der  ÖDP
2000               Umweltpreis der Stadt LANDAU
2002               Umwelt-Online-Award
2003               Menschenrechtspreis „AWARD 2003“
2004               Umweltpreis der deutschen Wirtschaft
                      Deutscher Solarpreis für die „Sonnenseite“
2005               Der Steiger Award
                      Der Goldene Baum
2006               Innovationspreis 2006 für Bigi + Franz Alt
2007               Die Goldene Blume von Rheydt
                       (Ältester deutscher Umweltpreis)

"Wir haben keinen Ersatzplaneten"

Von Martina Bachmann

Lauingen - Zunächst kommt der Schock: "Wir haben keine Zukunft, wenn wir so weitermachen." Dann folgen die Tatsachen: "An diesem Tag haben wir 86 Millionen Tonnen fruchtbaren Boden verloren." Und am Ende bietet Referent Dr. Franz Alt die Lösungen: Solarstrom, Biomasse, Pellets, Hybrid-Autos. Und er macht sogar Hoffnung: "Wir könnten den Umstieg bis zur Mitte des Jahrhunderts geschafft haben."

Egal, wie wahrscheinlich diese Hoffnungen sind - einige Besucher sind an diesem Abend vor allem von den Katastrophenszenarien geschockt. Alt hat das wichtigste Ziel seines Vortrages im bvs-Bildungszentrum in Lauingen erreicht: Er hat die Menschen aufgerüttelt. Und das lag nicht nur an den erschreckenden Statistiken, sondern vor allem am Redner selbst. Mit einer ausgefeilten Rhetorik und ohne Konzept sprach Alt mehr als eineinhalb Stunden. Immer wieder ging er auf seine Kernthese ein: "Die Sonne schickt uns keine Rechnung."

Alt spricht sich klar für die Sonnenenergie aus. Warum nicht die Hausdächer nutzen - schließlich steige der Preis für Energie immer schneller an. In ein paar Jahren, so sagt der Umweltexperte voraus, werde sich der Ölpreis verdreifacht haben. Zudem verwandle die Menschheit die Erde mit ihrem derzeitigen hohen Energieverbrauch und hohem CO2-Ausstoß in ein Treibhaus.

Die Folgen dieses Verhaltens seien deutlich zu sehen: An nur einem Tag verschwänden weltweit rund 150 Tier- und Pflanzenarten für immer. Des Weiteren entstünden jeden Tag 30 Hektar neue Wüste. "Bayern liegt in Zukunft in der Wüste", warnt Alt. Er spricht sich für eine Renaissance der Landwirtschaft aus. Denn nicht der steigende Verbrauch an Biosprit sei der Auslöser für Hungerkatastrophen, sondern die Stilllegung von landwirtschaftlichen Flächen. Und: Pro Tag würden 100 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. "Wir haben keinen Ersatzplaneten."

Fotovoltaikanlagen, Biomasseanlagen, Holzpellet-Heizungen - Alt gab sich alle Mühe, die Besucher im vollen Saal für erneuerbare Energien zu begeistern. In Hollywood sei das Hybrid-Auto der neueste Trend. Die Technik dafür hätten deutsche Wissenschaftler schon vor Jahren erfunden, doch: "Die deutschen Autobauer verschlafen die Zukunft."

Bayern erzeuge nur 1,5 Prozent des Stroms mit Wind. "Ich finde Windräder schön." Der Journalist zeigte Bilder von Solaranlagen, Fotos aus China oder Augsburg. Die richtige Technik für solch eine Anlage komme etwa vom Lauinger Handwerksbetrieb Andreas Renner, der passende Kredit von der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen.

Diese beiden Unternehmen hatten Alt eingeladen. Geschäftsführer Andreas Renner sagte: "Diese Veranstaltung versteht sich als Beitrag zu den Bemühungen, unsere Umwelt unter Einsatz von Vernunft und Technik auch künftigen Generationen in einem lebenswerten Zustand zu übergeben." Ähnlich äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Thomas Schwarzbauer. Er sagte: "Vor zwei Jahren kostete das Barrel Öl noch 30 bis 40 Dollar. Heute sind es 120 Euro."


http://www.donau-zeitung.de    Doanu-Zeitung vom 23.04.2008

 

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